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Charles Planet, “der Mann auf der Flucht”
3 Mai 2021 - Neuigkeiten
Charles Planet, “der Mann auf der Flucht”

Bei der letzten Ausgabe von Mailand-San Remo fuhr Charles Planet vom Team Novo Nordisk mehr als 250 Kilometer lang in der Hauptausreißergruppe mit – das heißt, ein Fahrer mit Diabetes befand sich beim längsten Eintagesrennen der Welt in der Spitzengruppe. Mit ihm zusammen fuhren sein Teamkollege Andrea Peron sowie sechs weitere Fahrer. Eine unglaubliche Anstrengung, die seinem Team große Wirkung in der Öffentlichkeit einbrachte und eine schöne Geschichte erzählt.

Wie planen Sie die Bildung einer Ausreißergruppe? Wie finden Sie den richtigen Zeitpunkt dafür?

Eine Ausreißergruppe war das Ziel für das Team, wir wollten dort jemanden dabei haben. Dies erzielt eine großartige Wirkung in der Öffentlichkeit und macht unsere Botschaft publik, Menschen, die von Diabetes betroffen sind, zu ermutigen, zu informieren und zu bestärken. Ich habe einige Erfahrung, da ich in den letzten Jahren in vielen Ausreißergruppen mitgefahren bin. Beim MSR gibt es immer schon sehr früh, von Anfang an, viele Attacken, so dass wir das erwartet haben. Andrea und mir gelang es, den richtigen Zeitpunkt herauszufinden und alle zu überholen, um in die richtige Ausreißergruppe zu kommen.

Über 250 km in der Ausreißergruppe sind eine Menge. Wie hart war es?

MSR bedeutet einen langen Tag auf dem Rad und Tatsache ist, dass wir in der Ausreißergruppe stets ein sehr hohes Tempo aufrecht halten, jedoch immer unter der roten Zone. Die Strecke ist größtenteils flach, so dass die Schwierigkeit darin besteht, dass wir ununterbrochen Druck auf die Pedale aufrecht erhalten müssen. Am Ende leert man einfach nach und nach seinen Tank, um es bis zum Ende des Rennens zu schaffen.

Wie sollte man für diese Art von Leistung trainieren?

Wegen COVID-19 begann unsere Saison dieses Jahr etwas später als üblich, so dass ich nicht sehr viele Rennen in den Beinen hatte und es sehr schwer war, für das MSR vorbereitet zu sein. In dieser Ausreißergruppe gewesen zu sein, wird mir definitiv helfen, einen großen Schritt in Richtung der nächsten Rennen zu machen, die anstehen.

Wie viele Kilometer absolvierten Sie vor dem San Remo-Rennen?

Vor dem MSR hatte ich seit Jahresbeginn 6800 km Training in den Beinen.

Wie haben Sie die Ernährung während des Rennens gehandhabt? Wie viele Kalorien haben Sie verbrannt?

Die richtige Ernährung beginnt gleich am Anfang des Rennens. Es ist ein sehr langes Rennen, deshalb ist es wichtig, wirklich oft für Nachschub zu sorgen. Man fängt mit fester Nahrung wie Reiswaffeln oder einigen Riegeln an; gegen Ende des Rennens, wenn das Tempo steigt und die Müdigkeit zunimmt, nehme ich in der Regel Gels und Sportgetränke von Maurten zu mir. Nur um Ihnen eine Vorstellung zu geben: von Mailand nach San Remo habe ich 7938 Kalorien verbrannt.

Wie viele Flaschen haben Sie getrunken? Nur Wasser oder auch Ergänzungsmittel?

Ich trank ungefähr 10 Flaschen, inklusive Maurten Sportgetränke und Wasser.

Wie viele Watt sind Sie durchschnittlich in der Spitzengruppe gefahren?

Ich fuhr 288 Watt im Durchschnitt und 312 Watt im Durchschnitt während 5 Std.50 und 260km in der Spitzengruppe.

Wie lange dauert es, bis man sich von solch einer Anstrengung wieder erholt hat?

Als Profis sind wir auf sehr intensive Ausdauerbelastungen getrimmt. Dieses Jahr ist das Tempo aber wirklich hoch und ich hatte nur ein paar wenige Rennen in den Beinen, so dass ich mich erschöpfter fühlte als sonst. Ich brauchte ein paar Tage, um mich vollständig zu erholen.