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Wie bereitet sich Marco Marcato, Fahrer des UAE Teams Emirates, vor? Lassen Sie es uns herausfinden!
7 April 2021 - Ausbildung
Wie bereitet sich Marco Marcato, Fahrer des UAE Teams Emirates, vor? Lassen Sie es uns herausfinden!

Seit 2005 ist Marcato Profi-Radrennfahrer und befindet sich in seiner sechzehnten Saison als Profi. Er gewann zwar nicht viele Rennen in seiner Karriere, hatte jedoch seinen bedeutendsten Erfolg bei der Paris-Tours 2012. Seinen Sieg errang er mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 48,629 km/h über die 235,5 km lange Strecke. Dieses Ergebnis brachte ihm auch die „Eroberung“ des gelben Bandes ein, eine Auszeichnung für den Fahrer mit dem Sieg mit der höchsten Durchschnittsgeschwindigkeit in einem Rennen, dessen Strecke über 200 Kilometer lang ist.
Als Experte für Radrennen im Norden haben wir ihm einige Fragen dazu gestellt, wie er sich auf ein Rennen vorbereitet.

Da Sie ein Fahrer der Frühlingsklassiker sind: wann beginnen Sie mit den Vorbereitungen für die wichtigsten Rennen?
„Wie Sie bereits erwähnten, bin ich ein Klassik-Radrennfahrer (Eintagesrennen), deshalb beginnt die Wettkampfphase im März. Ich unterteile meine Vorbereitung in eine „Basisphase“ und in „Renntraining“. Die Basisphase ist im November und Dezember (im vorangehenden Jahr), dabei handelt es sich hauptsächlich um Ausdauertraining, d.h. ich fahre viele, viele Kilometer bei niedriger Intensität. Hier zählen vor allem die Stunden, die man im Sattel verbringt. Je näher die Rennen jedoch kommen, desto spezifischer wird das Training. Ich beginne dann, Trainingseinheiten mit höherer Intensität und viel mehr Struktur in Angriff zu nehmen, die genau auf mein Training zugeschnitten sind“.

Können Sie uns ein paar Beispiele nennen?
„Ja natürlich, nehmen wir zum Beispiel Paris-Roubaix. Die Pavé-Sektoren sind diejenigen, die das Rennen bestimmen, wobei die maximale Anstrengung je nach den verschiedenen Längen der Pavé-Sektoren zwischen zwei und fünf Minuten schwankt. Dies bedeutet, dass ich im Januar und Februar beginne, mit Intervallen von zwei, drei, vier Minuten, oder sogar nur 30 Sekunden bei SEHR hoher Intensität zu trainieren“.

Wie viele Stunden pro Woche trainieren Sie während der intensiveren / strukturierteren Phase?
„Ungefähr 20-23 Stunden. Wenn der Zeitpunkt der Rennen dann näher kommt, reduziere ich die Belastung auf etwa 15 Stunden pro Woche, um bei den Rennen frisch zu sein. Während dieser “Verjüngungsphase” konzentriere ich mich auch auf meine Form auf dem Rad, um sicherzugehen, dass mein Pedaltritt gleichmäßig, flüssig und sicher ist“.

Wie unterscheidet sich die „Entlastungsphase“ bei Eintages- und Etappenrennen?
„Bei Eintagesrennen ist es etwas schwieriger, weil es hier weniger Spielraum für Fehler gibt – Sie müssen an nur einem Tag 100 % bringen. Versuchen Sie, sich auszuruhen, aber nicht zu viel – am Freitag vor dem Rennen müssen Sie arbeiten, um den Körper an die Intensität zu erinnern, die ihn am nächsten Tag erwartet. Dies erneuert die Kraft und die Spitzenleistung für diese intensiven Rennen. Bei Etappenrennen können Sie es sich leisten, ausgeruhter an den Start zu gehen, da Sie wissen, dass drei Wochen Rennen auf Sie warten. Wenn Sie sich auch in den ersten Tagen eines Etappenrennens nicht in Bestform fühlen, haben Sie viele Kilometer und Stunden im Sattel, um noch in Form zu kommen“.

Befolgen Sie in den Tagen vor einem Rennen eine spezielle Diät?
„Im Vergleich zu den vorherigen Trainingsphasen herrscht weniger Strenge. Wenn das Rennen an einem Sonntag ist, esse ich bis Donnerstag normal und ausgewogen. Danach, am Freitag und Samstag, esse ich nur Kohlenhydrate zum Mittag- und Abendessen, das klassische Carboloading, um die Muskeln mit „Treibstoff“ für die bevorstehenden intensiven Rennen zu füllen“.

Was essen Sie am Renntag?
„Die Mahlzeiten vor dem Rennen müssen mindestens drei Stunden vor dem Start eingenommen werden. Normalerweise esse ich Nudeln, Porridge/Haferflocken, etwas Eiweiß (wie z.B. ein Omelett) und dann Brot mit Marmelade“.

Wie “tanken” Sie während der Rennen auf?
„Während des Rennens versuche ich, 70g-80g Kohlenhydrate pro Stunde zu mir zu nehmen. Im ersten Teil des Rennens eher feste Nahrung – Reiswaffeln und Sandwiches mit Marmelade und/oder Schinken oder Käse und auch Energieriegel. Ab etwa zwei Stunden vor dem Ziel nur noch flüssige Kohlenhydrate – Maltodextrine und Ausdauergels“.

Schließlich ist dann auch noch die Zeit direkt nach dem Rennen entscheidend. Wie gestalten Sie Ihre Erholung?
„Genau, die Erholung beginnt, sobald man die Ziellinie überquert hat. Die erste halbe Stunde nach dem Rennen ist sehr wichtig. Ich nehme eine flüssige Mischung aus Kohlenhydraten und Eiweiß zu mir und esse dann so wie üblich. Ein Wrap mit Hühnchen ist zum Beispiel einer meiner Favoriten!“.