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Zwei oder vier Reifen. Geschwindigkeit im Blut.
5 Februar 2018 - Interviews
Zwei oder vier Reifen. Geschwindigkeit im Blut.

Raffaele Marciello ist ein offizieller Fahrer für Mercedes. Er wurde am 17. Dezember 1994 in Zürich geboren. Seine Vorfahren stammen aus Caserta. Seine sportliche Karriere ähnelt jener von vielen anderen Fahrern. Er sammelte im sehr frühen Alter ersten Erfahrungen beim Karting. Seine ersten Runden drehte er auf der Bahn mit nur fünf Jahren. In der Kategorie blieb er bis zu seinem 14. Lebensjahr, als er an Welt- und Europameisterschaften teilnahm. Bei den Europameisterschaften 2009 kletterte er auf den dritten Platz des Podiums. Um fit zu bleiben, fährt er mit seinem Rennrad. Radfahren ist seine andere große Leidenschaft. Dieser Sport hilft ihm auch dabei, die Form und das Gefühl für die Geschwindigkeit zu finden.

Von wem hast du die Leidenschaft für Autos und Rennen geerbt?

Mein Vater war Hobbyläufer. Er war es, der mich mit 4 Jahren das Kartfahren entdecken ließ. Das war die Geburtsstunde.

Was bedeutet es, ein Rennwagenfahrer zu sein?

Für mich bedeutet es alles. Es ist das einzige, was ich kann und was ich mag. Ich sehe mich daher als sehr glücklichen Menschen, der tut, was er liebt und was ihm Spaß macht, nämlich ein Rennfahrer zu sein. Sicherlich müssen wir auf Vieles verzichten. Wir sind lange von unseren Familien und Freunden entfernt und reisen viel. Aber alles zahlt sich irgendwann zurück.

Was für ein Auto fährst du täglich?

Ich habe einen Firmenwagen, einen Mercedes C43 Amg Kombi.

Stimmt es, wie viele Leute sagen, dass es Motorsportler ein gutes Leben haben?

Wie ich schon vorher sagte: Das Gegenteil ist der Fall. Ich fahre ungefähr 25 Rennen pro Jahr. Ich bin immer im Flugzeug, zwischen den Zeitzonen und früh auf. Das Ganze geht nicht ohne Stress. Dann die Rennen, die bis zu 24 Stunden dauern. Sicherlich musst du auf viel verzichten und dann gibt es natürlich auch das gute Leben. Aber zunächst kommt die harte Arbeit!

Ist es schwieriger ein Rennauto zu fahren oder bergauf mit dem Rad zu fahren?

Natürlich ist ein Beranstieg wesentlich schwieriger für mich. Ich bin es gewohnt zu fahren. Also ist es viel einfacher.

Warum ist Radfahren so populär unter Rennfahrern?

Weil wir keine Gewichte anlegen müssen. Beim Radfahren können wir unsere aerobe Fitness trainieren, ohne dabei dick zu werden.

Was gefällt dir am Radfahren?

Gemeinsam mit anderen fahren ist sehr schön. Wir können oft zusammenfahren, was wirklich viel Spaß macht. Ich finde auch die ganzen technologischen Herausforderungen an einem Rennrad interessant. Und Als Motorsportfahrer kann ich die mentale Belastung und den Verzicht verstehen, den Radfahrer zum Beispiel während der großen Touren machen müssen.

Wie oft und wie genau trainierst du?

Ich bin oft auf der Piste. So habe ich nicht viel Zeit, um mit meinem Rad zu trainieren. Aber sobald ich ein bisschen freie Zeit finde, setze ich mich auf mein Colnago und fahre los. Im Moment fahre ich ohne ein spezielles Trainingsprogramm. Ich bin sehr groß, so dass ich nicht viel mit den Gewichten im Kraftraum trainieren kann. Radfahren ist daher ideal für mich.

Wie wichtig ist körperliches Training, um ein Auto richtig gut zu fahren?

Sehr wichtig, vor allen Dingen während der langen Fahrten, bei denen du dich über einen sehr langen Zeitraum konzentrieren musst. Die Rennen dauern 24 Stunden, die sich drei Fahrer teilen.

Zählst du mehr auf Talent oder körperliche Vorbereitung, um schnell im Auto zu sein?

Talent, denn die letzten beiden Zehntel, die den Unterschied ausmachen, sind niemals durch körperliches Training zu erreichen.

Welche Ziele hast du für deine Zukunft?

Ich will mir eine ordentliche Karriere aufbauen, die ich mit dem Namen einer großen Automarke verbunden sehen möchte. Außerdem will ich versuchen, einer der besten Fahrer zu werden, über die man schreibt.

Raffaele Marciello in Zahlen

2010 tritt der Fahrer-Akademie von Ferrari bei. Dritter in der Formel Abarth.

2011 Europäische-Formel-3 Italien, Zweiter

2012 Europäische-Formel-3, Zweiter

2013 Europäische-Formel-3, Erster

2014 Gp2, achter und zweiter Rookie

2015 Dritter F1 Sauber Fahrer und Testfahrer für Ferrari

2016 Dritter beim Gp2

2017/2018 Offizieller Mercedes GT3 Fahrer (bestes Ergebnis für einen dritten Platz bei der Spa 24h)

www.raffaelemarciello.com

Instagram @Real_RMarciello