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Wie man ein Rennen gewinnt: Rui Costa in Abu Dhabi
3 September 2017 - Team
Wie man ein Rennen gewinnt: Rui Costa in Abu Dhabi

Die dritte Etappe der Abu Dhabi Tour war die Königsetappe mit der Ankunft am Gipfel des Jabel Hafeet Anstieg. Der letzte Anstieg war 10,8 km lang bei einer durchschnittlichen Steigung von 6,6%. Auf der Zielgeraden feierte Rui Costa einen beeindruckenden Sieg, den er dank seines Angriffs 6,8 km vor dem Ziel einfahren konnte.

 

Das Team, das für das Training und die Leistungsmessungen des UAE Team Emirates zuständig ist (Corsetti, Marangoni, Notari und Marzano), analysierte mit der üblichen Sorgfalt die Leistungswerte der Athleten. Rui Costa brauchte für die 10,8 km des letzten Anstieg 26’56” und fuhr dabei eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 24 km/h. Wenn man dabei die Durchschnittsleistung des portugiesischen Athleten beim Anstieg berücksichtigt, dann fuhr dieser genau an der anaeroben Schwelle. Das zeigt, dass die vorherigen Tests, die vom Fahrer durchgeführt wurden, genau und glaubwürdig waren.

 

Es ist interessanter, den Anstieg in verschiedene Abschnitte zu unterteilen, um die Parameter für die Leistungsmessung und den unterschiedlichen prozentualen Anteil in Bezug auf die Schwellenleistung (Watt bei anaerober Schwelle) besser zu verstehen.

 

SCHLÜSSELABSCHNITTE DES ANSTIEGS

Abschnitt Zeit Prozentualer Anteil der Leistung in Bezug zur Schwelle
Beginn des Anstiegs 55” 128%
1’45” 112%
Angriff 1’12” 120%
30” 75%
Zentraler Abschnitt 9′ 100%
40” 120%
Beschleunigung von Zakarin 46” 122%

 

Sprint: 12” bei 900 Watt und einer Höchstleistung von 1.081 Watt

Die Fahrer näherten sich dem Anstieg und bewältigten den ersten Abschnitt bei einer hohen Geschwindigkeit. Damit zwangen sie alle Athleten zu einem sehr hohen Leistungsniveau. Nachdem Rui Costa den ersten Kilometer noch ziemlich entspannt fahren konnte, musste er für 55 bei 128% seiner Schwelle und für 1,45 bei 112% in die Pedale treten. Danach konnte er bei einer gleichmäßigen Geschwindigkeit von 95% fahren. Dies passierte während der ersten 4 km.

 

Wenn man die Übersicht mit den Werten dieser Etappe analysiert, ist es einfach den entscheidenden Moment des Rennens zu erkennen: nämlich als der portugiesische Fahrer zum Angriff ansetzte. Bei km 6,8 versuchte Rui Costa sich von der Führungsgruppe abzusetzen und fuhr bei 120% seiner Schwelle für 112. Danach erholte er sich für 30”, als die Steigung wieder weniger anspruchsvoll wurde, ohne dabei die 75% zu überschreiten. Und zum Schluss beschleunigte er erneut für 40 bei 120%.

 

Nachdem er durch war, konnten die Athleten des UAE Team Emirates das Tempo 3 km schnell und gleichmäßig halten. Dabei fuhren sie direkt an der Schwelle. In diesem Abschnitt des Anstiegs verkürzte Zakarin den Abstand zu Rui Costa und das führende Duo arbeitete beim Erreichen des Ziels zusammen.

Auf den letzten 3 km variierten die Leistungswerte sehr. Der Anstieg war nämlich gekennzeichnet durch eine Serie von Steigungsänderungen sowie einige kurze Abschnitte mit leichten Abfahrten.

 

Bleiben wir bei der Analyse des Abschnitts von -1100 mt bis -800 mt. Zakarin bemerkte, dass Dumoulin immer noch einige Möglichkeiten hatte, um den Abstand zur Spitze Rennens zu verkürzen. Daher entschied er sich zu beschleunigen und macht dabei 300 mt gut, wodurch Rui Costa wiederum gezwungen wurde noch mehr zu arbeiten, um den Russischen Fahrer zu verfolgen. In diesem Moment lag Ruis Leistung bei 122% seiner anaeroben Schwelle: Dies war der entscheidende Moment, weil es sehr schwierig ist diese Werte zu erreichen, nachdem man für 25’ auf einem Leistungsniveau gefahren ist, das wir gerade beschrieben haben.

Der Kapitän von UAE Team Emirates hatte seine ganzen Energiereserven noch nicht vollständig verbraucht. Nachdem er festgestellt hatte, dass Dumoulin den Abstand nicht mehr verkürzen konnte, setzte Rui zu einem beeindruckenden Sprint an. Dieser dauerte 12 bei einer Leistung von 900 Watt, wobei die Höchstleistung 1.081 Watt betrug.

Zakarin konnte es nicht besser machen und der portugiesische Fahrer gewann die Etappe und führte damit das Gesamtklassement an.