Ein Asspaar in Barcelona
05. Juli 2026

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05. Juli 2026
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Einen Augenblick später erreicht ihn Tadej. Er umarmt ihn. Und in diesem Bild — das schon jetzt dazu bestimmt scheint, Teil des visuellen Gedächtnisses dieser Tour zu werden — steckt weit mehr als ein Doppelsieg. Da ist die Stärke eines Teams, das Talent zweier Fahrer und die Präsenz zweier unterschiedlicher Fahrräder, die denselben Namen auf dem Unterrohr tragen.
Die 2. Etappe der Tour de France 2026 entschied sich am Montjuïc, einer Kulisse voller Sportgeschichte, die der Radsport in das perfekte Prüfgelände verwandelt hat: kurze, fordernde Anstiege, schnelle Abfahrten, Kurven, Antritte und ein Tempo, das nie wirklich zur Ruhe kam. UAE Team Emirates-XRG übernahm auf den drei Anstiegen hinauf zur Burg die Kontrolle über das Rennen. Dann, nach der letzten Abfahrt, fand Del Toro den richtigen Moment. Er griff an. Pogačar kontrollierte das Rennen hinter ihm. Und auf dem ansteigenden Zielstrich am Olympiastadion überließ er seinem Teamkollegen einen Sieg, der für Mexiko einen großen Meilenstein bei der Tour bedeutete.
So weit der Rennbericht. Doch die Geschichte, die wir erzählen wollen, beginnt wenige Meter hinter der Linie.
Dort standen, Seite an Seite, zwei Colnagos. Ein V5Rs. Ein Y1Rs. Zwei verschiedene Arten, das Rennen zu interpretieren. Zwei Antworten auf dieselbe Frage: Wie baut man einen Sieg auf?
Das V5Rs von Isaac Del Toro ist das Rennrad in seiner vollständigsten Form. Es ist gebaut, um überall schnell zu sein: wenn die Straße ansteigt, wenn das Peloton beschleunigt, wenn das Rennen einen sofortigen Rhythmuswechsel verlangt. Leicht, reaktionsschnell, aerodynamisch, präzise. Ein Allrounder im wahrsten Sinne — kein Kompromiss, sondern ein Werkzeug, das jedes Terrain in eine Chance verwandelt.
Del Toros Konter brachte seinen Charakter perfekt auf den Punkt. Er war instinktiv, entschlossen, fast plötzlich. Einer jener Momente, in denen ein Fahrer spürt, dass das Rennen kippen kann — und das Rad ohne Zögern antworten muss. Nach der letzten Abfahrt des Montjuïc, in einem Finale, das Klarheit und Mut zugleich verlangte, war das V5Rs genau dort, wo es sein sollte: unter einem Fahrer, der den Moment lesen und nutzen konnte.
Das Y1Rs von Tadej Pogačar spricht eine andere Sprache der Geschwindigkeit. Es ist unsere radikalste Interpretation aerodynamischer Effizienz: ein Rad, entwickelt, um den Wind herauszufordern, gebaut für die schnellsten Rennen, für Sprints, für Ausreißversuche und für Finals, in denen jedes gesparte Watt zu einem Vorteil wird, den man im exakt richtigen Moment einsetzt.
Auf dem Rundkurs von Barcelona, mit seinen steilen Rampen und Abfahrten mit mehr als 70 km/h, zeigte das Y1Rs seine wahre Bestimmung: nicht einfach schnell zu fahren, sondern dem Fahrer die Kontrolle zu lassen, wenn Geschwindigkeit komplex wird. Genau so nutzte es Pogačar. Um zu führen, zu lesen, zu schließen, zu schützen. Und dann, als er selbst den Unterschied hätte machen können, um den Sieg seines Teamkollegen zu wählen.
Es gibt kein richtiges und kein falsches Colnago. Es gibt die Freiheit, die Maschine zu wählen, die am besten zur Fahrweise eines Fahrers passt.
Del Toro greift aus dem Instinkt heraus an. Pogačar dirigiert das Rennen mit jener Leichtigkeit, die nur den Allergrößten gehört. Das V5Rs übersetzt Beschleunigung. Das Y1Rs verwandelt Geschwindigkeit in Kontrolle. Zwei verschiedene Fahrräder, zwei verschiedene Persönlichkeiten, eine gemeinsame Idee: echte Performance für echte Fahrer zu schaffen, in den Momenten, die Radrennen entscheiden.
Die Tour de France hat gerade erst begonnen, und der Weg nach Paris ist noch lang. Es wird Berge geben, Wind, schwierige Tage und Rivalen vom höchsten Kaliber. Doch Barcelona hat uns bereits ein starkes Bild geschenkt: Isaac Del Toro, der auf Tadej Pogačar zeigt, Pogačar, der ihn umarmt, und zwei Colnago-Räder, die Seite an Seite hinter der Ziellinie stehen.
Ein Asspaar.
Zwei Talente. Zwei Räder. Eine Geschichte, die in Cambiago weitergeschrieben wird.